Nimm das früheste Morgenboot ab Porto Vromi — du hast dann etwa 20 Minuten fast für dich allein, bevor der große Andrang einsetzt.
Navagio Beach — Das Schiffswrack, das alles in den Schatten stellt
Sei ehrlich: Diesen Strand hast du tausendmal gesehen, bevor du überhaupt einen Fuß auf Zakynthos gesetzt hast. Er ziert jeden griechischen Tourismusprospekt, jeden Instagram-Reiseaccount, jede „schönste Strände der Welt”-Liste. Und hier ist das Erstaunliche: Er hält, was er verspricht.
Was dich erwartet
Navagio ist eine Mondsichel aus blendend weißen Kieseln, eingeklemmt zwischen 200 Meter hohen Kalksteinklippen, mit dem verrostenden Rumpf der MV Panagiotis mittendrin. Das Wasser wechselt je nach Tageszeit zwischen hellem Aquamarin und tiefem Elektroblau. Der Strand ist kleiner als Fotos vermuten lassen — vielleicht 200 Meter breit —, aber die schiere Dramatik der Klippen lässt ihn wie eine vergessene Welt wirken.
Das Schiffswrack selbst? Ein Schmuggelschiff, das 1980 gestrandet ist und angeblich Zigarettenschmuggel betrieb. Die Besatzung entkam, das Schiff blieb — und der Rest ist Instagramgeschichte.
Anreise
Es gibt nur einen Weg: per Boot. Keine Straßen, keine Pfade, keine Abkürzungen.
Ab Porto Vromi (beste Option): 30 Minuten Fahrt, €25–35 pro Person. Kleinere Boote, weniger Touristen, kürzester Startpunkt.
Ab Zakynthos-Stadt: Ganztägige Inseltouren (6–8 Stunden), €35–50. Mit Blaugrotten, Xigia und weiteren Stopps.
Private Charter: Ab €300 für eine kleine Gruppe. Lohnt sich, wenn ihr die Kosten teilt — ihr bestimmt Zeitplan und vermeidet die Flotille.
Insider-Tipps
Der Klippenblickpunkt ist kostenlos, mit dem Auto erreichbar und bietet womöglich bessere Fotos als der Strand selbst. Komm eine Stunde vor Sonnenuntergang für goldenes Licht, das deine Kamera jubeln lässt.
Wenn du ein Boot nimmst, wähle die früheste Abfahrt. Bis 11 Uhr können 20 oder mehr Boote vor Anker liegen und der Strand fühlt sich wie ein Freizeitpark an. Morgenlicht ist auch fotografisch weit überlegen — Mittagssonne frisst die Farben aus dem Bild.
Bring Wasserschuhe (der Kies ist scharf), Sonnencreme (null Schatten) und etwas zu trinken (keinerlei Einrichtungen vorhanden).
Beste Reisezeit
Ideal: Mai–Juni oder September. Warm genug zum Schwimmen, kühl genug zum Atmen, Besucherzahlen überschaubar.
Hochsaison: Juli–August. Wunderschön, aber du teilst ihn mit halb Europa.
Tageszeit: 9–11 Uhr für den Strand, Sonnenuntergang für den Blickpunkt.
Touristensicht vs. Einheimischenperspektive
Touristen kommen für das Foto. Einheimische sagen dir, dass der Blickpunkt schöner ist als der Strand, Porto Vromis eigene kleine Bucht angenehmer zum Schwimmen ist und die ganze Gegend in der Nebensaison am besten erlebt wird, wenn sich der Trubel legt. Sie haben nicht Unrecht — aber du solltest trotzdem mindestens einmal hingehen. Manche Klischees verdienen ihren Status.