Il Borgo — Wenn venezianische Geschichte auf den Tisch kommt
Zakynthos verbrachte Jahrhunderte unter venezianischer Herrschaft, und die Insel hat diesen Einfluss nie ganz losgelassen. Man hört ihn in bestimmten Nachnamen, sieht ihn in der Architektur, schmeckt ihn in einer Küche, die sich großzügig aus beiden kulinarischen Traditionen bedient. Il Borgo, 2018 von der Familie Ferretti-Zervos eröffnet — ein Elternteil venezianisch, ein Elternteil zakynthisch — ist der durchdachteste Ausdruck dieser hybriden Identität, der derzeit auf der Insel zu finden ist.
Das Konzept
Das Restaurant liegt in einem restaurierten Steingebäude am Rand von Tsilivi-Dorf, zurückgezogen von der Resortstraße in einer ruhigen Gasse. Im Inneren: Natursteinwände, Holzbalken, weiche Pendelleuchter. Draußen: ein ummäuerter Gartenterrasse mit Zitronen- und Feigenbäumen unter Lichterketten. Beide Bereiche sind jeden Kampf wert.
Das Essen
Die Linguine mit lokalen Venusmuscheln verwendet Muscheln aus der Lagune bei Kyllini — kleiner und intensiver im Geschmack als importierte Sorten. Die Pasta wird täglich frisch gemacht. Das Safranrisotto ist das Herzstück der Karte: Zakynthos produziert seinen eigenen Safran — ein Fakt, der die meisten Besucher überrascht. Mit lokalem Stachelhummer kombiniert ist es gleichzeitig das teuerste und das am besten gerechtfertigte Gericht.
Die Burrata kommt von einem Produzenten in Apulien, den die Besitzer persönlich besucht und geprüft haben. Mit Zakynthos-Tomaten und hausgemachtem Basilikumöl — simpel, weil die Qualität die Arbeit macht.
Das Tiramisu bekommt eine Mastiha-Note — das griechische Harz von Chios ersetzt einen Teil des Kaffeegeschmacks durch ein aromatisches Kiefernharz-Aroma, das experimentell klingt und richtig schmeckt.
Praktisches
Il Borgo ist montags geschlossen. Reservierungen werden für Wochenenden und Juli/August dringend empfohlen. Weinliste mit Schwerpunkt auf griechischen und italienischen Weinen. Budget ca. €45–60 pro Person mit Wein.